
Stärke bedeutet, immer wieder aufzustehen, egal was kommt, egal wie oft man fällt!
Um eine Welt zu erschüttern und das Leben aus der Bahn zu werfen braucht es keine großen Explosionen oder viel Zeit. Die kleinsten Dinge können im Bruchteil einer Sekunde alles verändern …
Ich bin 23 Jahre alt, Soldat der Bundeswehr und sitze seit einem Motorrad Unfall im Rollstuhl.
Meine Geschichte ist, was mich ausmacht und ich möchte sie hier mit der Welt teilen, um als Vorbild voranzugehen… rollen!
Mein Weg soll andere motivieren, niemals aufzugeben! Es geht immer weiter!
Es gibt immer einen Weg, glücklich zu sein. Das hängt ganz allein davon ab, was man dafür zu tun bereit ist.
Es ist der vierte September 2018. Um 20:38 Uhr fahre ich nahe Hildesheim über den roten Berg. Nach den engen Kurven folge ich gedankenverloren der Landstraße und überlege, ob ich nicht umdrehe und noch eine Runde durch die engen Kurven drehe. Ich rolle mit nur ca 60 Stundenkilometern in die leichte Linkskurve, kurz vor dem Ortseingang Diekholzen, als plötzlich mein Hinterrad den Halt verliert und beginnt zu rutschen. Aus Reflex lenke ich gegen und versuche das Motorrad wieder unter Kontrolle zu bringen, nur um im nächsten Moment zu bemerken, dass ich geradeaus aus der Kurve fahre.
Für mich zog sich die Zeit plötzlich und alles geschah in Zeitlupe. Ich kann mich immer noch genau daran erinnern, wie ich nach vorne in den Straßengraben kippe, das Gras des Hügels mir entgegenkommt und ich mich aus Reflex wegducke. Ein Schlag trifft mich an Hinterkopf und Schultern und ich schließe die Augen.
Als ich sie wieder öffne liege, ich im Gras, voller Adrenalin und froh, noch zu leben. Automatisch versuche ich aufzustehen, als ich bemerke, irgendetwas stimmt nicht. Ich kann meine Beine nicht bewegen und es fühlt sich so an als würden diese noch immer angewinkelt sein, obwohl ich auf dem Rücken liege. Durch den Helm kann ich nicht nach unten sehen, taste also nach den Oberschenkeln und merke, dass ich diese Berührung ebenfalls nicht merke.
Durch das Adrenalin und den Schock sind meine Gedanken komplett rational. Wie ich später erfahre eine normale, glückliche Schockreaktion. Mir ist sofort klar, dass irgendetwas mit meiner Wirbelsäule sein muss, also bewege ich mich möglichst wenig, während ich meine Kombi öffne, mein Telefon zücke um den Notruf zu wählen und mich gleichzeitig an meine Sanitätsausbildung erinnere, um mich nach schweren Verletzungen abzutasten.
Nach einer kurzen Zeit hält ein Auto an. Der Fahrer hat das Licht meines Motorrads gesehen und kam mir zu Hilfe. Gemeinsam warteten wir auf den Krankenwagen und erzählten den Rettungssanitätern, was passiert war. Sobald ich im Krankenwagen lag, wurde es schwarz …

Ich werde erst am nächsten Vormittag im Krankenhaus wieder wach. Eine 5-stündige Not-Operation hinter mir.
Mein Körper ein einziges Wrack:
Fraktur des 9. und 10. Brustwirbels, drei Rippen links gebrochen, sowie das linke Schlüsselbein.
Nach der Not-Operation sollten zwei weitere folgen, in denen mich die Chirurgen wieder zusammenflickten.
Insgesamt 23 Schrauben, drei Platten, ein Titanwirbel und eine Versteifung der Wirbelsäule vom 9. bis 11. BWK waren nötig, um alle Brüche zu reparieren. Die Rippen sollten von alleine heilen.




